Familienspaziergang zum Ökowerk am 20. Juni 2009
Der diesjährige Familienspaziergang führte dieses Jahr zum Ökowerk (das ehemalige Wasserwerk Teufelssee, das älteste als Gesamtanlage erhaltene Wasserwerk Berlins). Vom TÄKS e.V. waren dabei Anouchka Nettelbeck (Lernwerkstatt) und Marta Löffler (HaQuaMa-Schülerzentrum). Der Treffpunkt war Gleis 11 am Südkreuz, und nachdem 24 Eltern und 23 Kinder eingetroffen waren, ging es um 9h45 mit der S-Bahn zum Westkreuz. Dort stiegen wir in einen Bus (Schienenersatzverkehr) um, der uns direkt zum Grunewald (S-Bahnhof) fuhr. Da das Ökowerk erst um 12 Uhr öffnen sollte, entschieden wir uns für den etwas längeren Weg, der an dem NSG Sandgrube vorbei führt. Dort machten wir eine längere Pause, weil die Kinder sehr viel Spaß hatten, im Sand zu toben.Sandgrube steht seit Februar 1992 unter Naturschutz:
Die in der Eiszeit abgelagerten Sandflächen waren für die Westberliner Bauindustrie wichtige Rohstoffquellen. Im Grunewald entstand durch den Sandabbau eine 18 Hektar große und 15 bis 25 Meter tiefe Grube. Wo sie unter den Grundwasserspiegel reicht, haben sich Flachgewässer und feuchte Weidenbrüche entwickelt.
Der größte Teil der Grubensohle ist jedoch trocken, hier sind vegetationslose Sandflächen, Trocken- und Magerrasen wichtige Lebensräume. Dank dieser unterschiedlichen Biotope ist das NSG äußerst artenreich. Unter anderem wurden 334 Farn- und Blütenpflanzen nachgewiesen. Für wärmeliebende Insektenarten sind die besonnten Hänge wertvoll.
Eine Besonderheit ist die Unterwasserflora der nährstoffarmen Gewässer. Diese werden von vielen Amphibienarten zum Laichen genutzt.1)
Auf dem kleinen See in der Sandgrube konnten wir Blesshühner mit ihren Küken beobachten. Ein Mädchen fing einen kleinen Frosch, den sie in eine Plastiktüte (mit Wasser) steckte, ihn aber dann wieder sorgsam aussetzte, nachdem sie ihn herumgezeigt hatte. Ein Junge fiel leider ins Wasser, bei dem Versuch, auf einem Baumstumpf, der nahe am Ufer herausragte, zu springen. Seine Mutter hatte Ersatzkleidung dabei, so konnte sich das Kind umziehen. 1) Senatsverwaltung für StadtentwicklungGegen 11h45 machten wir uns dann auf dem Weg ins Ökowerk, welches sich unweit der Sandgrube befindet. Noch hatten wir Glück mit dem Wetter, obgleich schwere Regenwolken am Horizont zu sehen waren.Im Ökowerk haben wir uns in kleine Gruppen aufgeteilt. Einige haben gleich das kleine Bistro aufgesucht, andere lieber die Frösche und Ringelnattern in den kleinen Teichen beobachtet oder Kirschen gepflückt. Ein paar der Kinder entdeckten den Barfuß-Garten.Im Ökowerk gibt es ein Infozentrum Wasserleben, in dem Kinder und Erwachsene sich auf sehr anschauliche Weise rund ums Wasser informieren können. Wie viele Wassermoleküle passen in einen Becher Wasser? Wie viel Wasser nehmen wir im Durchschnitt jeden Tag auf? Wie viel scheiden wir aus? Was taten die Berliner Nachtemmas? Wir haben Froschstimmen zu erraten versucht und eine Flusslandschaft so zusammengestellt, dass auch bei Hochwasser Siedlungen vor Überschwemmungen besser geschützt werden. Unter einer Stereolupe konnten wir kleine Wassertiere betrachten. Und vieles mehr. Die Zeit verging wie im Fluge. Einige Eltern verabschiedeten sich etwas vor dem gemeinsamen Aufbruch gegen 14h00, andere hingegen entschlossen sich noch länger zu bleiben. Die größte Gruppe lief den anderen, etwas kürzeren Weg zurück zu Busstation. Von dort ging es wieder zum Westkreuz; hier verabschiedeten sich wieder einige, wegen der verschiedene Heimwege. Ich glaube, es hat allen gut gefallen, mir auf jeden Fall sehr, und ich würde mir wünschen, dass wir diesen Ausflug im nächsten Frühjahr wiederholen können. Anouchka Nettelbeck (Lernwerkstatt)
1) Senatsverwaltung für Stadtentwicklung












