"Das Königreich der Ratten"
Sommerferien-Theatercamp im HaQuaMaIn den Sommerferien fand im Schülerzentrum HaQuaMa ein Theatercamp statt. Geleitet und durchgeführt wurde dieses von Michaela Günther (Theaterpädagogin) Mitarbeiterin des HaQuaMa Schülerzentrums .Sie beschreibt zunächst die Handlung und kommentiert anschließend Ihren Eindruck bei der Aufführung.
Handlung
Das Königreich der Ratten spielte: RATTENALARM!
Auf der Bühne liegt Müll. - Alltäglicher Müll: Tüten, Dosen, Plastikflaschen. Die Kinder, die den Raum
betreten greifen nach Dingen, die in ihrer Reichweite liegen. Der Müll lädt zum Spielen ein. Und
tatsächlich, die Kinder von Hameln finden in der ersten Szene viele Schätze auf ihrem vermüllten
Spielplatz, sie bauen Burgen, Kunstwerke und Musikinstrumente. Das brauche ich alles. Ein paar
Schätze werden nach Hause getragen. Auftritt Erwachsene: Was bringst du denn da an? Weg damit! -
und alles landet wieder auf der Straße, die so zum Paradies der Ratten wird. Die allerdings stören die
funktionierende Erwachsenenwelt gewaltig. Sie nisten sich im Gefährt des Kutschers ein, fressen die
Munition des Jägers, das Saatgut der Bauernfrau, die Kleider der Edeldame, zernagen die Leier des
Narren und die gesammelten Groschen des Bettlers. Die Ratten müssen weg, fordern sie vom
Bürgermeister: Zerhacken! Vergiften! Ertränken! Ermorden! Verbrennen! Aufessen! Zerquetschen!Totschlagen!
Die Kinder finden das ungerecht. Die Ratten sind schließlich nur da, weil die Menschen ihre Stadt unter
Müll begraben haben. Sie erinnern sich an diese alte Geschichte vom Rattenfänger und schmieden einen
Plan. Sie schlüpfen in die Rolle des Rattenfängers und bieten dem Bürgermeister an, die Ratten aus der
Stadt zu bringen, wenn er dafür sorgt, dass die Stadt sauber wird und sauber bleibt. Der Bürgermeister,
den die Ratten bedrängen wie zuvor seine Bürger, würde alles versprechen und willigt in den Handel ein.
Als die Ratten erfolgreich aus der Stadt geflötet sind und die Kinder zurückkehren, sind alle Bürger froh -
und niemand denkt mehr an das Versprechen, etwas anders zu machen als vorher. Alles funktioniert ja
wieder!
Die Kinder sind enttäuscht, sie packen selbst mit an, aber die Arbeit ist zu schwer. Da gehen sie auch aus
der Stadt, suchen ihren Traum Ort, spielen am Fluss, tauchen hindurch. Wohin?
.
Die Landesarbeitsgemeinschaft Spiel & Theater e.V. und TÄKS e.V. boten in diesem Sommer ein spannendes Ferien-Theatercamp für Schülerinnen und Schüler der 4. bis 6. Klassen an. Zwei Wochen lang wurde intensiv miteinander geprobt und ausprobiert, bis das poetische Stück auf der Bühne stand.Viele eigene Gedanken und Ideen der Darstellerinnen sind in die Inszenierung eingeflossen. Weil die Mädchen viel ausprobiert hatten, gab es auch viel zu gucken und zu entdecken. Die Hortkinder im Publikum folgten der Aufführung mit Spannung.
So erzählt habe ich den 'Rattenfänger von Hameln'noch nie gesehen, kommentierte eine Zuschauerin.
Für ihre tolle Arbeit erhielt jede Teilnehmerin eine Urkunde, in der die Stärken, die sie in die Arbeit eingebracht hatte, genannt waren.
Gefördert wurde das Projekt durch die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung in Zusammenarbeit mit der LKJ Berlin e.V.
Aufführung
Das Stück wurde zum Abschluss aufgeführt. Die Zuschauer waren vom Bild und der kleinen Zauberei, wie alle Spielerinnen
nach und nach irgendwohin verschwanden, fasziniert.
Für die Spielerinnen war es ebenfalls eher das Erlebnis "zu tauchen" als die Interpretation der Darstellung, die sie am Ende beschäftigte und gut fanden.Ich hab es selbst ausprobiert, es war wirklich wie unter Wasser, unter dem blauen, schwingenden Tuch hindurchzurollen. Für die Spielerinnen war die inhaltliche Auseinandersetzung unter anderem mit dem Müllchaos in Mailand vorher gelaufen. Für die Kinder im Publikum stand die übergeordnete Thematik des Stückes meines Erachtens nicht so sehr im Vordergrund, für sie war es ein Theatererlebnis, bei dem es viel zu Gucken gab.
